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FAQ

Grundlegende Informationen zu LOGINEO NRW

LOGINEO NRW ist eine Weiterentwicklung von Logineo und bietet allen Schulen, genehmigten Ersatzschulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung in NRW als Basis-IT-Infrastruktur einen geschützten Zugang zu Kommunikation, Lernmitteln und Dateimanagement.

LOGINEO NRW ist keine Lernplattform, bietet aber die Möglichkeit, mittels einer standardisierten Schnittstelle externe Webanwendungen (wie z. B. ein Lernmanagementsystem) über eine Einmalanmeldung (Single Sign-on) anzubinden. Auf diese Weise wird nur ein Login mit einem Passwort für alle angebundenen Dienste benötigt. Ob eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt wird, regeln feste Kriterien, deren Einhaltung mit dem jeweiligen Anbieter vertraglich abgesichert wird.

Der Zugriff auf LOGINEO NRW kann webbasiert über alle gängigen Systeme (Windows, Mac, Linux, iOS, Android, Black Berry OS) erfolgen; es ist lediglich ein Browser notwendig.

Einen Überblick über die IT-Basis-Infrastruktur LOGINEO NRW gibt eine Präsentation, die zum Download bereitsteht. Hier sind Informationen zum Datenschutz, zu Einsatzmöglichkeiten, den Basis-Modulen und vielen weiteren Themen zusammengestellt. Diese Präsentation können Sie nutzen, um sich die wichtigsten Aspekte in Ruhe anzusehen, LOGINEO NRW in der Schule Kolleginnen und Kollegen vorzustellen oder sich auf dieser Grundlage auszutauschen.

Gibt es Pilotschulen von LOGINEO NRW?

Nein, von LOGINEO NRW gibt es keine Pilotschulen.

LOGINEO NRW basiert auf der von den kommunalen IT-Dienstleistern KRZN, regio-IT und LVR-Infokom entwickelten, kommerziellen Lösung Logineo. Logineo befindet sich im produktiven Einsatz und wurde u.a. an Schulen in NRW im Rahmen verschiedener Pilotprojekte getestet. In Veröffentlichungen wird zuweilen die Zahl von 350 Pilotschulen genannt.

LOGINEO NRW ist ein kostenloses Angebot für das Schulpersonal in NRW und unterscheidet sich technisch, optisch und funktional von der kommerziellen Lösung Logineo.

Die Erfahrungen und Anregungen aus den Logineo-Pilotphasen sind in die Entwicklung von LOGINEO NRW eingeflossen.

Wie nutzt man LOGINEO NRW?

LOGINEO NRW ist webbasiert und erlaubt einen plattformunabhängigen Zugriff über alle gängigen Systeme (Windows, Mac, Linux, iOS, Android, Black Berry OS). Es ist lediglich ein Browser notwendig.

Für die komfortable Nutzung auf digitalen Endgeräten können der Zugriff und die Synchronisierung über die Anbindung an Schnittstellen erfolgen. E-Mail-Clients via IMAP, der Kalender via CalDAV, das Adressbuch via CardDAV und die Dateiablage via WebDAV. Auf diese Weise integrieren Sie die Inhalte der entsprechenden Funktionen aus LOGINEO NRW in vorhandene Anwendungen auf Ihrem Endgerät (z. B. das Abrufen von E-Mails über Outlook).

Aus Sicherheitsgründen ist der besonders geschützte Bereich ("Safe") nicht über WebDAV synchronisierbar.

Auf LOGINEO NRW Hilfeseiten (Netzwerk LOGINEO NRW) wird es künftig Anleitungen, Dokumentationen und weitere Hilfen zu diesen und anderen Themen rund um LOGINEO NRW geben.

Wann wird LOGINEO NRW verfügbar sein?

Die Planung sieht vor, dass LOGINEO NRW im Schuljahr 2017/2018 den Schulen in NRW zur Verfügung stehen wird.

Inzwischen wurden die Verordnungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten von Lehrerinnen und Lehrern
(VO-DV II) sowie von Schülerinnen und Schülern (VO-DV I) angepasst.
Das nach Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) für die Einführung eines solchen System vorgeschriebene Mitbestimmungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Aktuell wird LOGINEO NRW um zwei Funktionen erweitert: einen besonders geschützten Daten-"Safe" für die Speicherung besonders sensibler Dateien sowie einen Online-Editor. Dieser ermöglicht das Bearbeiten sensibler Daten im Webbrowser, ohne dass diese dazu heruntergeladen werden müssen.

Wieviel Speicherplatz bekommt das Schulpersonal zur Verfügung gestellt?

Als Grundlage für die Berechnung des Speicherplatzes wird die aktuelle Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer einer Schule auf Basis der jeweils aktuellen Statistik herangezogen. Die Anzahl der Lehrkräfte wird mit fünf multipliziert, woraus sich die Gesamtspeicherkapazität ergibt, die der Schule vom Land zur Verfügung gestellt wird.

Diese Speicherplatz wird dann für folgende Funktionen und für das gesamte Schulpersonal eingesetzt:
  • Dienstliche E-Mails des Schulpersonals
  • Eigene Dateien aller Nutzerinnen und Nutzer (bezogen auf das Schulpersonal)
  • Gemeinsamer Speicherbereich (inkl. des besonders geschützten Speicherbereichs)
Für eine Grundschule mit 20 Lehrerinnen und Lehrer ergibt sich so eine Gesamtkapazität von 100 GB.
Ein Berufskolleg mit 85 Lehrerinnen und Lehrern hat einen Speicherplatz von 425 GB zur Verfügung.

Der Speicherplatz kann jederzeit zum Selbstkostenpreis von 1,90 € pro GB und Jahr erhöht werden. Im Falle einer solchen Anpassung muss die Schule sich an den zuständigen Schulträger wenden, um die Details der Beauftragung zu besprechen.

Welche Vorteile bietet LOGINEO NRW?

LOGINEO NRW bietet umfangreiche Funktionen für die Kommunikation, Organisation und die Vor- und Nachbereitung von Unterricht.

In LOGINEO NRW ist ein Terminkalender enthalten, der je nach Aufgabe und Rolle der Nutzenden die gemeinsame Arbeit unterstützt sowie Transparenz und Organisationssicherheit in der Schulgemeinde bietet. So kann z. B. auch die Buchung von Räumen und Medien oder Materialien zentral organisiert werden.

Das Adressbuch vereinfacht den Kontakt zwischen Nutzerinnen und Nutzern im System. Alle Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie das Schulpersonal erhalten eine einheitliche schulbezogene E-Mail-Adresse, die eine sichere digitale Kommunikation gewährleistet und eine Trennung von Schule und Privatem ermöglicht. Die E-Mail-Kommunikation kann, z. B. aus pädagogischen und rechtlichen Gründen, auf die Schulgemeinde begrenzt werden.

Zusätzlich gibt es einen Cloud-Dateimanager. Hier stehen Lernenden und Lehrenden sowie dem weiteren Schulpersonal für ihre Arbeit, für die Zusammenarbeit im Kollegium und für die Organisationaufgaben besonders geschützte Dateiordner zur Verfügung. Damit ist beispielsweise der Austausch von Schüler- und Notenlisten sowie Dokumenten per E-Mail nicht mehr erforderlich.
Der Online-Editor im besonders geschützten Bereich ermöglicht das Bearbeiten sensibler Daten im Webbrowser, ohne dass diese dazu heruntergeladen werden müssen.

Neben den Funktionen des Cloud-Dateimangers, der die Unterrichtsorganisation erleichtert, können auch Unterrichtsmaterialien über die neue Suche der learn:line NRW (www.learnline.nrw.de) abgerufen werden. Zusätzlich zu den Materialien der offenen learn:line-Suche im Internet, ermöglicht LOGINEO NRW eine auf die Rolle der Nutzerinnen und Nutzer abgestimmte Filterung der Ergebnisse. Damit können lizenzgeschützte Materialien, z. B. die der staatlichen Lehrerfortbildung, alle EDMOND-Medien (www.edmond-nrw.de) oder die Medien der nahegelegenen Bibliothek, angezeigt werden.

Für die Medienerziehung in den Schulen gibt es den einfachen Zugang zu Informationen zum Medienpass NRW einschließlich Lehrplankompass und Kompetenzrahmen. Nach Anmeldung zum digitalen Medienpass für die Klassen 7-9/10 erfolgt der Zugriff durch Signle Sign-On.
Der Zugang zu den Demoversionen von mBook und BioBook für alle Schulformen informiert über die Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung mit digitalen Schulbüchern. Die digitalen Schulbücher mBook und BioBook können nach offizieller Einführung als Schulbuch durch das Schulministerium und nach Anmeldung in den nächsten Schuljahren kostenlos genutzt werden.

Für die einfache Kommunikation mit der gesamten Schulgemeinde, oder auch Teilgruppen (z.B. SV-intern, Lehrkräfte-intern), bietet LOGINEO NRW ein integriertes Forum.

Die Benutzerverwaltung ist ein weiterer zentraler Bestandteil von LOGINEO NRW. Für alle an LOGINEO NRW angeschlossenen Dienste benötigen Nutzende nur einen Zugang und somit nur ein Passwort. Mit dieser Einmalanmeldung (Single Sign-on) werden die schuleigenen Admins entlastet. Der Benutzerstamm aus einer bestehenden Datenquelle (Schulverwaltungsprogramm, CSV-Datei) kann in LOGINEO NRW über eine Importfunktion übernommen werden.

Was verbirgt sich bei LOGINEO NRW hinter dem Attribut "geschützt"?

LOGINEO NRW wird den Schulen in NRW vom Land und den Kommunen als geschützte Basis-IT-Infrastruktur angeboten. Das Attribut "geschützt" zielt dabei im Wesentlichen auf die Aspekte Datenschutz und Datensicherheit ab.

Datenschutz und Datensicherheit sind durch eine Kombination von technischen und organisatorischen Maßnahmen zu gewährleisten. So fordern es die Datenschutzgesetze.

Alle schulischen Daten in LOGINEO NRW sind mit dem Schutzbedarf "hoch" eingestuft, was bedeutet, dass deren Verarbeitung besonderen Anforderungen unterliegt. So befinden sich die Server, auf denen die Daten der Schule abgelegt und verarbeitet werden, in einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifizierten Umgebung im Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein (KRZN), wo auch andere kommunale Daten wie z. B. Meldedaten gehostet werden. In einem Sicherheitskonzept legt das KRZN alle Maßnahmen dar, die es ergreift, um den Schutz und die Sicherheit der verarbeiteten Daten zu gewährleisten.

Das Rechenzentrum selbst befindet sich in kommunaler Hand und arbeitet kostendeckend, also nicht gewinnorientiert. Im Gegensatz zu Unternehmen der freien Wirtschaft besteht damit keine Gefahr, dass mit den Daten der Schule Geschäfte gemacht werden, oder dass das Rechenzentrum insgesamt oder Teile davon verkauft werden.

Technisch erfolgt der Zugang aller Nutzerinnen und Nutzer zu LOGINEO NRW über eine verschlüsselte Verbindung, die ein Ausspionieren verhindert. E-Mails von einem LOGINEO-Account zu einem anderen sind deshalb nicht mit den viel zitierten "digitalen Postkarten", die jeder lesen kann, zu vergleichen. Ein dediziertes Rollen- und Rechtesystem sorgt dafür, dass Nutzerinnen und Nutzer nur Zugriff auf die Daten in LOGINEO NRW haben, zu deren Aufgabenerfüllung sie auch berechtigt sind.
Der besonders geschützte Bereich für Dateien mit sensiblen Daten ist nur mit einem zweiten, anders lautenden Kennwort zugänglich und mit einer schnelleren automatischen Abmeldung zusätzlich gesichert. Für die Bearbeitung von sensiblen Dokumenten aus dem Daten-Safe besitzt LOGINEO NRW eine Online-Editor-Komponente. Es ist dadurch nicht erforderlich, sensible Dokumente zuerst aus dem Daten-Safe auf ein Endgerät herunterzuladen, um sie dann lokal in einem Textverarbeitungsprogramm zu öffnen. Die Bearbeitung erfolgt im Online-Editor direkt innerhalb von LOGINEO NRW auf den zertifizierten Servern des Rechenzentrums. Aus Sicherheitsgründen ist dieser Bereich ("Safe") nicht über WebDAV synchronisierbar.

Durch Transparenz, abgestimmte, definierte Vorgehensweisen und für die Beauftragung mitgelieferte Musterdokumente wird nicht nur gewährleistet, dass die Einführung von LOGINEO NRW rechtskonform geschieht. Insgesamt wird das Bewusstsein für die Belange des Datenschutzes an Schule bei allen Beteiligten gestärkt.

Doch LOGINEO NRW stellt kein geschlossenes Universum dar. Es sollen schulindividuell weitere webbasierte Dienste und Anwendungen angebunden werden können - von der Lernplattform über Stundenplansysteme oder zukünftig vielleicht sogar Essensbestellsysteme für den Ganztag. Die dazu erforderlichen Schnittstellen sind ausreichend dokumentiert. Aber auch hier werden technische und organisatorische Maßnahmen den Schutz der personenbezogenen Daten der Lernenden und Lehrenden gewährleisten. Es können nur solche Systeme angebunden werden, die vorgegebenen, abgestimmten Kriterien genügen und somit nicht "durch die Hintertür" die geschützte Umgebung unterlaufen.

Einerseits ist LOGINEO NRW nichts anderes als eine Software, die Schulen grundlegende Funktionalitäten für die digitale Kommunikation und Organisation im schulischen Kontext bietet. Auf der anderen Seite können sich Lernende, Lehrende und Eltern aber darauf verlassen, dass die Daten, die in modernen, digitalen Lehr- und Lernprozessen und bei der internen schulischen Organisation mit LOGINEO NRW entstehen, datenschutz- und rechtskonform verarbeitet werden. Die Daten in LOGINEO NRW sind geschützt, weil sie nicht in die falschen Hände geraten und alle Beteiligten sind geschützt, da sie bei der Nutzung von LOGINEO NRW nicht in rechtlichen Grauzonen oder sogar rechtswidrig handeln.

Welche Unterstützungsangebote gibt es zu LOGINEO NRW?

Das Netzwerk LOGINEO NRW ist die zentrale Anlaufstelle bei Fragen rund um LOGINEO NRW. Hier finden sich konkrete Anleitungen, aber insbesondere soll das Netzwerk als Plattform zum Austausch zwischen Admins, technischen Mitarbeitern von LVRInfoKom und den Medienberatern dienen. Analog wurde diese Kommunikationsform bei dem Pilotprojekt genutzt.

Informationen können auch bei den Medienberatern in den Kompetenzteams vor Ort angefordert werden.

Hilfedokumente, Mustertexte und Formulare werden hier im Download-Bereich veröffentlicht werden.

Welche Kosten entstehen bei LOGINEO NRW?

Grundsätzlich muss bei der Finanzierung der laufenden Kosten im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes zwischen der Zuständigkeit des Landes NRW und der Beteiligung der Kommunen als Schulträger unterschieden werden. Dies ist auf die im Schulgesetz festgelegte Trennung von innerer und äußerer Schulangelegenheit zurückzuführen.

Das Land NRW übernimmt die Kosten zur Bereitstellung von LOGINEO NRW für das Schulpersonal auf Dauer. Die nach Schulform gestaffelten Kosten für die Nutzung durch Schülerinnen und Schüler fallen in kommunale Zuständigkeit. Für die Übernahme der Kosten der Schülerinnen und Schüler muss die Schule mit dem zuständigen Schulträger eine gemeinsame Lösung finden.

Unabhängig von der Basis-Version von LOGINEO NRW kann mittels Zusatzvereinbarungen zwischen IT-Dienstleister und Schule die Anbindung weiterer Anwendungen erfolgen. Die Kosten für diese Erweiterungen werden im Einzelfall mit dem IT-Dienstleister verhandelt.

Können Schulleitungen oder andere Vorgesetzte meine dienstlichen E-Mails lesen?

Elektronische Kommunikation im Rahmen ihrer dienstlichen Tätigkeit ist für Lehrkräfte vielerorts noch Neuland und häufig mit Ängsten und Befürchtungen behaftet. In der freien Wirtschaft dagegen sind geschäftliche E-Mail-Adressen heutzutage Standard. Für beide Bereiche gilt, dass diese Form der Kommunikation nicht in rechtsfreiem Raum stattfindet, sondern mit Rechten und Pflichten für Arbeitgeber bzw. Dienstherren einerseits und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. Landesbedienstete andererseits verbunden ist. Die Vorgaben basieren auf den Datenschutzgesetzen und rekrutieren sich aus dem Arbeits- bzw. Dienst- und Personalrecht.

Im Umfeld der zunehmenden Digitalisierung von Schule schwingen bei den Betroffenen häufig Überwachungs-ängste mit. Dies gilt auch für die elektronische Kommunikation. Lehrkräfte befürchten Eingriffe in ihre pädagogische Freiheit, sehen ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingeschränkt und sie fühlen sich seitens ihrer Vorgesetzten auf die Finger geschaut. Diese Ängste sind jedoch unbegründet, sofern die Digitalisierung auf Rechtsbasis erfolgt. Denn dann können im Falle der hier im Fokus stehenden dienstlichen E-Mail-Kommunikation weder Dienstvorgesetzte wie Schulleiterinnen bzw. Schulleiter oder ZfsL-Leitungen, noch das Schulamt, die Bezirksregierungen oder gar das Schulministerium ohne triftigen Grund und ohne die Betroffenen davon in Kenntnis zu setzen die Inhalte dienstlicher E-Mail-Kommunikation zur Kenntnis nehmen.

Um Missverständnisse aufzuklären ist eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Datentypen elektronischer Kommunikation notwendig. Einerseits beinhaltet elektronische Kommunikation die eigentlichen Kommunikationsinhalte – das Analogon zum Text in einem Postbrief und andererseits die Informationen zu den Umständen der Kommunikation: Absender, Empfänger, Zeitstempel, Betreff, Größe der Datei.

Da eine vom Dienstherren bereitgestellte E-Mail-Komponente empfehlenswerterweise auch nur für dienstliche Zwecke zu nutzen ist, findet das Telekommunikationsgesetz hierauf keine Anwendung, es gilt im Kern das Telekommunikationsgeheimnis nicht. Da also nur dienstliche Inhalte kommuniziert werden (dürfen), kann ein berechtigtes dienstliches Interesse eine Kenntnisnahme der Kommunikationsinhalte durch Dienstvorgesetzte begründen. In der analogen Welt geschieht dies z. B. darüber, dass an eine Lehrkraft über die Schule adressierte Briefpost über den Schreibtisch der Schulleiterin oder des Schulleiters verteilt wird. Bei E-Mails kann die Nutzerin oder der Nutzer dafür die oder den Dienstvorgesetzten in den Kopieempfänger (CC-Empfänger) eintragen, wobei die generelle Forderung einer Aufnahme in alle dienstlichen E-Mails nicht statthaft und sicher auch nicht praktikabel ist.

Ein Zugriff auf die Informationen zu den Umständen der elektronischen dienstlichen Kommunikation begründet sich im Verbot einer privaten Nutzung: kein Verbot ohne Kontrolle. Der einen Kommunikationsdienst zur rein dienstlichen Nutzung bereitstellende Dienstherr ist dadurch sogar verpflichtet eine Möglichkeit vorzuhalten, sein ausgesprochenes Verbot zu kontrollieren. Einen dauerhaften, unkontrollierten Zugriff auf die erforderlichen Daten darf – und sollte - er nicht haben. Die Systeme und Prozesse sind so zu gestalten, dass zuständige Stellen
- z. B. die Datenschutzbeauftragten des Betreibers - solche Anfragen prüfen und nur bei ausreichender Begründung die angeforderten Daten herausgeben; in einem ersten Schritt sogar in anonymisierter Form. Dabei muss die einfordernde Stelle jedoch schnell sein, denn üblicherweise werden die Informationen zu den Umständen elektronischer Kommunikation von vertrauenswürdigen Betreibern nur für kurze Zeit – bei LOGINEO NRW nur 7 Tage – aufbewahrt.

Da aktuell keine Rechtsgrundlage eine verpflichtende Nutzung elektronischer Kommunikationskomponenten durch Lehrkräfte in NRW begründet, beruht somit auch die Nutzung dienstlicher E-Mail-Postfächer auf dem Einverständnis der Betroffenen. Das bedeutet, dass der oder die Einzelne für sich entscheidet, ob sie die Vorteile dieser mittlerweile zum Standard in einer digitalisierten Welt gehörenden Kommunikationsform nutzen möchte.

Fazit:
  • Gültige Gesetze regeln Rechte und Pflichten im Umfeld elektronischer dienstlicher Kommunikation.
  • Dienstvorgesetzte haben keine Berechtigung dienstliche E-Mails unbemerkt „mitzulesen“.
  • In rechtskonform bereitgestellten Kommunikationsdiensten haben Dienstvorgesetzte technisch keine Möglichkeit auf den Zugriff zu Kommunikationsinhalten und -umständen

Weitere Informationen:

Können Schulleitungen oder andere Vorgesetzte Einblick in meine Dateien nehmen?

LOGINEO NRW steht als „geschützte Umgebung“ allen interessierten öffentlichen Schulen und ZfsL für die Nutzung durch das Schulpersonal kostenfrei zur Verfügung. Der Schutz bezieht sich dabei nicht allein auf die personenbezogenen Daten der Nutzerinnen und Nutzer. Ein dezidiertes Rollen- und Rechtekonzept gewährleistet, dass einem Nutzer / einer Nutzerin nur die Daten und Informationen zur Verfügung stehen, die er oder sie für die Erfüllung seiner / ihrer übertragenen Aufgaben benötigt.

Wer einen Zugriff auf Dateien, die in der Cloud-Dateiablage von LOGINEO NRW gespeichert werden, erhalten soll, bestimmt der einzelne Nutzer / die einzelne Nutzerin individuell. Ein „Eigener Bereich“ ist nur für einen selbst zugänglich, d.h. für keinen anderen einsehbar. Allerdings können einzelne Dateien oder Ordner anderen Nutzerinnen und Nutzern freigegeben werden. Werden Dateien im „gemeinsamen Bereich“ abgelegt, haben alle berechtigten Personen Zugriff auf diese Daten.

Seite zuletzt geprüft und aktualisiert: 29.März 2017

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